Schöne Zähne durch Vorsorge
ZBV Oberpfalz startet Aktion zur Kieferorthopädie
„Über 60 Prozent aller Menschen brauchen im Laufe ihres Lebens eine
Zahnspange. Dabei ließen sich manche Zahn- und Kieferfehlstellungen
vermeiden oder zumindest im Ausmaß reduzieren“, sagt Dr. Ingo Lang,
Referent für präventive Zahnheilkunde beim Zahnärztlichen Bezirksverband
(ZBV) Oberpfalz. Deshalb zeigt der ZBV in einer Aufklärungskampagne, wie
man mit einfachen Verhaltensregeln und frühzeitiger Vorsorge
kieferorthopädische Probleme verhindern oder zumindest eindämmen kann.
In den Praxen der Mitglieder machen Plakate auf die Aktion aufmerksam,
mehr über das Thema erfahren die Patienten in Informationsblättern, die
kostenfrei verteilt werden.
„Wenn Eltern gezielt auf das Verhalten ihrer Kinder achten, können manche
Fehlstellungen der Zähne vermieden werden“, erklärt Dr. Lang. Häufiger
Grund für eine Zahnspange ist der „Offene Biss“: vorstehende
Schneidezähne oben und unten, die sich auch bei geschlossenem Mund
nicht berühren. Ursache dieser Fehlstellung sind meist Daumenlutschen,
Nuckeln an Schnuller oder Fläschchensaugern. Deshalb rät der Experte,
Kindern dieses Verhalten spätestens mit drei Jahren abzugewöhnen. Auch
das Beißen oder Saugen an den Lippen kann zu einem falschen Biss
führen. Aber nicht alle Fehlbildungen kommen von schlechten
Angewohnheiten im Kindesalter. Zu einem großen Teil sind sie erblich
bedingt.
In beiden Fällen gilt: Wer die Gebissentwicklung seines Kindes regelmäßig
vom Zahnarzt kontrollieren lässt und im Alter von fünf bis sechs Jahren eine
erste kieferorthopädische Untersuchung einplant, kann Zeit und Mühen
sparen. „Früh erkannte Fehlstellungen lassen sich in diesem Alter
manchmal noch mit einfachen Muskelübungen oder einer
herausnehmbaren Zahnspange korrigieren“, weiß Dr. Lang. Der Großteil
der jährlich 450.000 Patienten in Deutschland, die neu mit einer
kieferorthopädischen Behandlung beginnen, ist zwischen 9 und 13 Jahre
alt. Das ist durchaus sinnvoll, da man in diesem Alter den natürlichen
Wachstumsschub der Kinder nutzen kann, um die Zähne während dieser
Phase in die gewünschte Richtung zu lenken. Generell können
Fehlstellungen der Zähne aber in jedem Alter korrigiert werden. Gerade
deshalb sollten Erwachsene bei Problemen nicht vor dem Besuch beim
Fachmann zurückschrecken, zumal die moderne Kieferorthopädie auch
nicht sichtbare Behandlungsmöglichkeiten bietet.
Der ZBV, der die rund 1.100 Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Oberpfalz
vertritt, knüpft damit an eine Reihe von Aktionen zum Thema
Zahngesundheit an, die seit 2008 im vierteljährlichen Turnus als Information
für die Patienten angeboten werden. An den Kampagnen beteiligen sich
oberpfalzweit mehrere hundert Zahnärzte. „Wir möchten die Menschen
damit für die Vorsorge sensibilisieren, denn wer frühzeitig handelt, erspart
sich oft umfangreiche Behandlungen“, so Dr. Lang.
Alle Materialien der Aktion liegen auch unter www.zbv-opf.de zum
Download bereit.