Kindern den Rücken stärken

Asklepios Klinikum Bad Abbach startet gemeinsames Projekt mit Von-Müller-Gymnasium Regensburg

Das Thema gesunder Rücken stand am Mittwoch bei 19 Fünftklässlern des Von-Müller-Gymnasiums auf dem Stundenplan. Im Asklepios Klinikum Bad Abbach bekamen sie nicht nur jede Menge Tipps und Informationen, sondern wurden auch einzeln auf Haltungsschwächen getestet. Die Aktion war Teil des Präventionsprogramms „Kinder – wir stärken Euch den Rücken!“, für das die Bad Abbacher Klinik mit verschiedenen Schulen aus Regensburg und Umgebung zusammenarbeitet. Es wird von der Dr.-Broermann-Stiftung unterstützt.  

„Die Grundlage für einen gesunden Rücken wird in der Kindheit gelegt“, sagt Dr. Siegfried Marr, Chefarzt für konservative Orthopädie am Asklepios Klinikum Bad Abbach. Haltungsschäden können dazu führen, dass sich die Wirbelsäule vorzeitig abnutzt und Schmerzen auftreten. Zum Teil sind diese Haltungsschäden angeboren. „Wenn beispielsweise das eine Bein etwas länger ist als das andere, steht die Wirbelsäule schief“, erklärt Dr. Marr. Unterscheiden sich die Beine nur um wenige Millimeter, bemerkt der Betroffene die Fehlstellung oft gar nicht. „Trotzdem schädigt sie langfristig unter Umständen seinen Rücken.“ Auch eine einseitige Verspannung der Muskulatur kann Beschwerden auslösen. „Schulkinder verfallen beim Schreiben leicht in eine verkrampfte Armhaltung“, sagt der Chefarzt. Die Folge sei eine Überlastung der Sehnen, Bänder und Muskeln, die auf Dauer auch die Wirbelsäule in Mitleidenschaft ziehen könne. Um solche Schwächen aufzuspüren, führten Ärzte des Asklepios Klinikums verschiedene Tests mit den Kindern durch. Unter anderem untersuchten sie ihre Wirbelsäulen mittels 4-D-Messung. Dabei werden Lichtstreifen auf den Rücken des Kindes projiziert und deren Verlauf von einem Computer ausgewertet. Auf diese Weise treten selbst kleinste Fehlstellungen zutage. „Bei rund einem Viertel der Kinder haben wir Auffälligkeiten festgestellt, die weiter abgeklärt werden müssen“, berichtet Dr. Marr. Die Ergebnisse bekommen die Eltern zugeschickt, damit sie gegebenenfalls weitere Behandlungsschritte einleiten können. „In ein bis zwei Jahren wollen wir die Tests wiederholen und schauen, wie sich die Kinder entwickelt haben“, so der Chefarzt.  

Was sie selbst dafür tun können, dass ihr Rücken gesund bleibt, erfuhren die Schüler von Regina Philips. Die Diplom-Sportlehrerin, die am Asklepios Klinikum als Sporttherapeutin arbeitet, zeigte ihnen spielerische Übungen, mit denen sie an einem langen Unterrichtstag in Bewegung bleiben. „Sitzen ist nichts Schlechtes“, erklärte sie, „solange man immer wieder seine Haltung ändert und Bewegungspausen einschiebt.“ Eine starke Rückenmuskulatur beugt Beschwerden vor. Wie man sie kräftigt, lernten die Kinder beim Training im Bewegungsbad. „Einfache Übungen wie boxen oder auf der Stelle laufen sind im Wasser viel anstrengender und wirkungsvoller als an Land. Außerdem machen sie mehr Spaß“, so Philips. Sie wird die Klasse in den kommenden Monaten immer wieder im Sportunterricht besuchen und weitere Übungen für einen starken Rücken vermitteln.  

Das Präventionsprojekt „Kinder – wir stärken Euch den Rücken!“ wird von der Dr.-Broermann-Stiftung unterstützt. Der Gründer der Asklepios Kliniken, Dr. Bernhard Broermann, hat sie 1988 ins Leben gerufen, um Maßnahmen zur Gesundheitsprävention bei Kindern zu fördern. „Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, frühzeitig gesundheitsbewusstes Verhalten bei Kindern zu fördern, statt später für die Behandlung ihrer Krankheiten zu bezahlen“, erklärt Sven Oelkers, Präventionsbeauftragter und Klinikmanager des Asklepios Klinikums Bad Abbach. Seit Jahren laufen an den rund hundert Asklepios-Einrichtungen deutschlandweit entsprechende Projekte. Die Themen reichen von richtiger Ernährung und Bewegung über Suchtprävention bis zu Initiativen, die Kindern ihre Angst vor dem Krankenhaus nehmen sollen.