Die Angst im Nacken
Neues OrthoJournal: Ausgabe 23 "Die Halswirbelsäule" ist erschienen
Die Angst, die im Nacken sitzt, der Schalk im Nacken, der hartnäckige Patient oder das „Gnack“, wie der Bayer bösartige Mitmenschen meist weiblicher Natur nennt, sind im Volksmund weit verbreitete Begriffe. Sie alle nehmen den Nacken als Synonym unterschiedlicher Ausprägung – egal, ob es sich um reale Schmerzen oder seelische Probleme handelt, die als Angst, Stress, Überforderung oder Depression möglicherweise vom „Gnack“ oder besser der Halswirbelsäule aus auf Körper und Gemüt ausstrahlen.
Moderne Untersuchungsmethoden geben klare Hinweise auf den Ursprung der Nackenschmerzen. Die Halswirbelsäule mit den zugehörigen Faszien, Nervenbahnen und Muskelsträngen ist eine Art Zentrale, die Einfluss auf nahezu den gesamten Organismus nimmt. Läuft in dem fein austarierten System etwas schief, kann das erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben.
Verspannungsbedingte Langzeit-Nackenschmerzen, die nicht von selbst verschwinden, brauchen einen Mix gut abgestimmter Diagnosen und Therapien. Der Orthopäde kann mit der Erfahrung und geschärftem Tastsinn, bei Bedarf von Röntgen, Computer- oder Kernspintomografie unterstützt, die Wurzeln von Nackenproblemen schnell lokalisieren und einordnen.
Spezielle physikalische Techniken wie Akupunktur, Schröpfen, kraniosakrale Therapie, Chiropraktik und Osteopathie sind ebenso wie sanftes Dehnen, Wärmeanwendungen mit Rotlicht, Fangopackungen oder warme Nackenduschen konservative Therapiemöglichkeiten, die Schmerzen lindern oder ganz verschwinden lassen. Wichtig ist die interdisziplinäre Vernetzung von Neurologen, Neurochirurgen, Orthopäden, Internisten, Rheumatologen und Physiotherapeuten.
Die ärztliche Kunst wirkt in vielen Fällen nur auf Dauer, wenn sie von anderen Maßnahmen begleitet wird. Wie sieht es mit der Ergonomie des Arbeitsplatzes aus, wie viel Bewegung leiste ich mir pro Tag, was tue ich speziell für meinen Nacken Gutes und wie ist meine psychische Verfassung?
In der neuen Ausgabe des OrthoJournals gehen die Mitglieder und Freunde der Regensburger OrthopädenGemeinschaft vielen Fragen um das „Gnack“ nach, beschreiben bekannte Probleme und geben Tipps, wie man Probleme mit der Halswirbelsäule vor allem jenseits traumatischer Einflüsse in den Griff bekommt.
Wir wünschen Ihnen möglichst wenige Probleme mit dem „Gnack“ oder anderen Regionen des Körpers, dafür viel Spaß beim Lesen. Nutzen Sie die Urlaubszeit, um Körper und Geist – wenn nötig – wieder in Einklang zu bringen.
Ihre Mitglieder
der Regensburger OrthopädenGemeinschaft